Du arbeitest hart. Du leistest viel. Du bist kompetent. Und trotzdem: Du wirst übersehen. Warum ist das so? Oft liegt es nicht daran, dass du zu wenig tust. Sondern daran, dass du unbewusst Fehler machst, die dich unsichtbar halten.
Ich habe mit hunderten Frauen in Führung gearbeitet und immer wieder sehe ich die gleichen Muster. Die gleichen Fehler. Die gleichen Stolpersteine, die Karrieren bremsen. Die gute Nachricht: Diese Fehler sind vermeidbar. Wenn du sie kennst.
Hier sind die 7 größten Sichtbarkeits-Fehler, die Frauen in Führung machen und wie du sie ab heute vermeidest.
Fehler 1: Auf Entdeckung hoffen
Der Fehler:
Du denkst: „Wenn ich nur gut genug arbeite, wird meine Chefin das schon sehen. Ich muss mich nicht aktiv zeigen.“ Du wartest darauf, entdeckt zu werden. Wie ein Diamant, der im Verborgenen liegt und darauf hofft, dass jemand ihn findet.
Warum das ein Problem ist:
Niemand sucht nach Diamanten im Verborgenen. Deine Führungskraft ist beschäftigt. Sie sieht nur, was sichtbar ist. Wenn du nicht zeigst, was du tust, nimmt sie an, dass du nichts Besonderes machst.
Was du stattdessen tun kannst:
- Werde proaktiv: Teile deine Erfolge aktiv mit. Nicht in einem Jahr, sondern jetzt.
- Mach Updates zur Routine: Schicke jeden Freitag eine kurze E-Mail: „Das habe ich diese Woche erreicht.“
- Nutze Meetings: Sprich über deine Projekte. Nicht ausschweifend, aber präsent.
Beispiel:
Statt zu denken: „Sie sieht ja, dass das Projekt gut läuft.“ Sage: „Ich wollte kurz teilen: Wir haben diese Woche [Meilenstein] erreicht. Der nächste Schritt ist [X].“
Fehler 2: Erfolge dem Team zuschreiben – ohne die eigene Rolle zu benennen
Der Fehler:
Du hast ein Projekt erfolgreich abgeschlossen. Im Meeting sagst du: „Das Team hat großartige Arbeit geleistet!“ Du erwähnst nicht, dass DU das Projekt geleitet hast. Dass DU die Strategie entwickelt hast. Dass DU die Krise gelöst hast.
Warum das ein Problem ist:
Bescheidenheit ist schön. Aber wenn du nie deinen eigenen Beitrag benennst, weiß niemand, was DU geleistet hast. Dein Chef denkt: „Tolles Team.“ Nicht: „Tolle Leistung von [deinem Namen].“
Was du stattdessen tun kannst:
- Benenne deine Rolle: „Ich habe [X] koordiniert / entwickelt / gelöst.“
- Nutze die „Wir-Ich-Formel“: „Wir als Team haben [Ziel] erreicht. Mein Beitrag war [deine Rolle].“
- Sei konkret: Nicht „Ich habe mitgeholfen“, sondern „Ich habe die Strategie entwickelt.“
Beispiel:
Statt: „Das Team hat das super gemacht!“ Sage: „Wir haben gemeinsam [Ziel] erreicht. Ich habe die Projektleitung übernommen und [konkrete Aufgabe] umgesetzt.“
Fehler 3: In Meetings schweigen aus Angst, etwas Falsches zu sagen
Der Fehler:
Du hast eine Idee. Aber du denkst: „Vielleicht ist die Idee nicht gut genug. Ich warte lieber noch.“ Du schweigst. Dein Kollege äußert eine ähnliche (oder schlechtere) Idee. Er bekommt Anerkennung.
Warum das ein Problem ist:
Perfektion ist der Feind der Sichtbarkeit. Wenn du nur sprichst, wenn du dir 100% sicher bist, sprichst du fast nie. Und: Wer nicht redet, wird nicht gehört.
Was du stattdessen tun kannst:
- Setze dir ein Minimum: In jedem Meeting MINDESTENS einmal das Wort ergreifen.
- Starte klein: Stelle eine Frage. Kommentiere einen Punkt. Stimme jemandem zu – und füge etwas hinzu.
- Nutze Einleitungen: „Ich möchte einen Gedanken einbringen, der vielleicht noch nicht ausgereift ist…“
Beispiel:
Statt zu schweigen und zu denken: „Ist meine Idee gut genug?“ Sage: „Ich habe eine Idee, die ich gerne zur Diskussion stellen möchte: Was wäre, wenn wir [X]?“

Fehler 4: Sichtbarkeit mit Angeberei gleichsetzen
Der Fehler:
Du denkst: „Wenn ich über meine Erfolge spreche, bin ich eine Angeberin. Das will ich nicht.“ Also schweigst du. Aus Angst, als arrogant wahrgenommen zu werden.
Warum das ein Problem ist:
Diese Angst ist oft unbegründet. Was du als „Angeben“ empfindest, nehmen andere als „professionell“ wahr. Und: Männer haben diese Angst seltener. Sie sprechen über Erfolge und werden dafür nicht verurteilt.
Was du stattdessen tun kannst:
- Unterscheide: Angeberei = übertreiben. Sichtbarkeit = Fakten kommunizieren.
- Nutze sachliche Sprache: „Ich habe [X] erreicht“ ist nicht angeberisch, sondern informativ.
- Fokus auf Mehrwert: „Das Projekt hat [Y] bewirkt“ zeigt den Nutzen, nicht nur deine Leistung.
Beispiel:
Statt zu denken: „Ich will nicht angeben.“ Sage: „Ich freue mich, dass wir [Projektziel] erreicht haben. Das bedeutet für uns [konkreter Nutzen].“
Fehler 5: Nur dann sichtbar sein, wenn man „perfekt“ ist
Der Fehler:
Du denkst: „Ich zeige mich erst, wenn alles perfekt ist. Bis dahin halte ich mich zurück.“ Du wartest. Und wartest. Und wartest.
Warum das ein Problem ist:
Perfekt wird es nie. Und während du wartest, zeigen sich andere mit 70% Perfektion. Sichtbarkeit entsteht nicht durch Perfektion, sondern durch Konsistenz.
Was du stattdessen tun kannst:
- Akzeptiere „gut genug“: Du musst nicht perfekt sein, um sichtbar zu sein.
- Teile auch Prozesse: Zeige, woran du arbeitest – nicht nur Endergebnisse.
- Lerne aus Fehlern öffentlich: „Das hat nicht geklappt, aber ich habe [X] gelernt.“
Beispiel:
Statt zu warten, bis alles perfekt ist, sage: „Ich arbeite gerade an [Projekt]. Erste Ergebnisse sehen vielversprechend aus.“
Fehler 6: Keine Strategie haben – nur hoffen
Der Fehler:
Du hast keine bewusste Strategie für Sichtbarkeit. Du hoffst einfach, dass es „irgendwie passiert“.
Warum das ein Problem ist:
Sichtbarkeit entsteht nicht zufällig. Sie braucht bewusste Entscheidungen:
- Wo will ich sichtbar sein?
- Bei wem will ich sichtbar sein?
- Wie will ich sichtbar sein?
Ohne Strategie verpufft deine Energie.
Was du stattdessen tun kannst:
- Definiere Ziele: Wo willst du in 6 Monaten stehen? Wer soll dich wahrnehmen?
- Plane Maßnahmen: Was tust du konkret, um sichtbar zu werden?
- Tracke Fortschritt: Was hast du diese Woche für deine Sichtbarkeit getan?
Beispiel:
Erstelle eine monatliche Sichtbarkeits-Checkliste:
- Mindestens 2x in Meetings aktiv beigetragen
- 1 Erfolg mit Führungskraft geteilt
- 1 Fachbeitrag/Kommentar geteilt
Fehler 7: Netzwerken als „Schleimerei“ abtun
Der Fehler:
Du denkst: „Netzwerken ist nur für Schleimer. Ich will aufgrund meiner Leistung überzeugen, nicht durch Beziehungen.“ Also vernachlässigst du Beziehungen. Und wunderst dich, warum andere vorankommen.
Warum das ein Problem ist:
Die meisten Jobs, Projekte, Chancen werden nicht offiziell ausgeschrieben. Sie werden über Netzwerke vergeben. Wenn niemand dich kennt, bist du nicht im Spiel.
Was du stattdessen tun kannst:
- Reframe Netzwerken: Es geht nicht um „Schleimen“, sondern um echte Beziehungen.
- Gib, bevor du nimmst: Biete Hilfe an. Teile Wissen. Sei wertvoll.
- Bleib in Kontakt: Eine kurze Nachricht alle paar Monate reicht.
Beispiel:
Statt Netzwerken zu meiden, schreibe einer Kollegin: „Ich habe an dich gedacht, als ich [Artikel] gelesen habe. Könnte für dein Projekt interessant sein!“
Fazit: Kleine Fehler, große Wirkung
Diese 7 Fehler sind subtil. Oft merkst du nicht mal, dass du sie machst. Aber sie summieren sich. Und sie halten dich unsichtbar.
Die gute Nachricht: Jeder dieser Fehler ist vermeidbar. Mit kleinen, bewussten Veränderungen.
Deine nächsten Schritte:
- Such dir EINEN Fehler aus, den du ab heute vermeidest
- Setze dir ein konkretes Ziel für die nächste Woche
- Tracke deinen Fortschritt
Sichtbarkeit ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis bewusster Entscheidungen.
Bereit, die Fehler hinter dir zu lassen?
In meiner kostenlosen 5-Tage-Challenge „Zeig dich!“ lernst du, wie du sichtbar wirst – ohne diese Fehler zu machen.
Weiterführende Ressourcen
Blogartikel: Erfolgreich im Job: Welche 5 Denkfehler dich klein halten – und wie du sie überwindest!
Newsletter: Female Leadership Impulse – Regelmäßige Tipps für Frauen in Führung









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