Wie wird man eigentlich Expertin in einem bestimmten Bereich? Manchmal entscheidet man sich bewusst für ein Thema, recherchiert, bildet sich gezielt weiter und baut darauf eine Expertise auf. Bei mir war es anders. Das Thema hat mich gefunden und nicht umgekehrt. In diesem Artikel beschreibe ich meine Reise zur zertifizierten Konfliktcoach.
Konflikte? Eigentlich nicht so mein Ding.
Ich würde nicht von mir behaupten, dass ich schon immer konfliktfreudig war. Ganz im Gegenteil: Konflikte waren für mich lange eher etwas, das ich lieber umgangen hätte. Unangenehm, aufwändig, manchmal beängstigend.
Trotzdem hat mein Berufsleben dafür gesorgt, dass ich ihnen nicht ausweichen konnte. Es gab Situationen – und das sage ich ganz bewusst – die wirklich schwierig waren. Situationen, in denen die Luft zwischen Menschen so dick war, dass man sie hätte schneiden können. Situationen, die mich Energie gekostet haben, die mich nachts beschäftigt haben, und die mich manchmal an meiner eigenen Urteilsfähigkeit haben zweifeln lassen.
Und trotzdem: Irgendwie habe ich sie gemeistert. Offensichtlich auch nicht so schlecht.
Der Moment, in dem ich anfing hinzuschauen
Mit der Zeit begann ich zu verstehen, dass dieser Umgang mit Konflikten kein Zufall war. Hinter jedem schwierigen Gespräch, hinter jeder angespannten Teamsituation steckt eine Dynamik. Und diese Dynamik kann man verstehen, einordnen und damit arbeiten.
Den eigentlichen Wendepunkt brachte ein Anruf. Eine Kundin fragte mich, ob ich ein Seminar zum Thema Konfliktmanagement in ihrem Unternehmen übernehmen würde. Meine spontane Antwort: „Nein, das ist nicht meine Kernkompetenz, da gibt es sicherlich bessere.“
Kurze Pause. Dann: „Interessant. Ich sehe dich da total.“
Das arbeitete in mir. Am nächsten Morgen wurde mir klar: Sie hatte recht. In meinen Coachings war das Thema längst präsent, ich hatte es nur nicht so benannt. Mir wurde auf einmal klar, wie wichtig Konfliktmanagement im Führungsalltag ist, wie viele damit echte Bauchschmerzen haben und wie wenige wissen, wie man konstruktiv damit umgeht. Und vor allem: dass ich große Freude daran habe, genau diese Denke aufzulösen.
Als Coach habe ich seitdem noch deutlicher gemerkt, wie sehr das Thema den Führungsalltag prägt. Kaum eine Führungskraft, die mir begegnet, die nicht irgendwo gerade einen schwelenden Konflikt im Team hat, eine Beziehung zu einer Kollegin oder einem Vorgesetzten, die knirscht, oder eine Situation, bei der allein der Gedanke daran Bauchschmerzen verursacht.
Und ich? Ich merkte, dass ich immer öfter genau da gefragt wurde. Dass meine eigenen Erfahrungen plötzlich zu einer Ressource wurden für meine Klientinnen und Klienten.
Wissen draufpacken, wo Erfahrung schon da ist
Irgendwann kam der Punkt, an dem ich entschied: Ich will das nicht nur aus dem Bauch heraus können. Ich will es auch wirklich verstehen. Methodisch untermauert, mit echtem Handwerkszeug.
Konfliktmanagement ist nämlich mehr als „gut reden können“ oder „ein offenes Ohr haben“. Es gibt Modelle, die erklären, warum Konflikte eskalieren. Es gibt Techniken, die dabei helfen, Gespräche zu führen, in denen beide Seiten wirklich gehört werden. Und es gibt Haltungen, die den Unterschied machen zwischen jemandem, der einen Konflikt moderiert und jemandem, der ihn löst.
Genau deswegen habe ich die Fortbildung zur Konfliktcoach bei Andrea Schlösser gemacht. Und es war eine der besten Entscheidungen, die ich in den letzten Jahren getroffen habe.
Die Fortbildung war nicht irgendeine theorielastige Weiterbildung, die man irgendwie absitzt. Sie war lebendig, praxisnah und so aufgebaut, dass man das Gelernte sofort einsetzen konnte. Andrea verbindet fundiertes Fachwissen mit einer Art zu unterrichten, die einen wirklich mitnimmt. Ich bin rausgegangen mit einem Kopf voller neuer Perspektiven und einem Werkzeugkoffer, den ich seitdem regelmäßig öffne.
Was das für meine Arbeit bedeutet
Heute ist Konfliktmanagement eines meiner Lieblingsthemen. Nicht weil Konflikte schön sind – das sind sie selten. Sondern weil ich erlebt habe, was auf der anderen Seite eines gut begleiteten Konflikts liegen kann: Klarheit. Vertrauen. Manchmal sogar echte Verbindung zwischen Menschen, die sich zuvor kaum noch ansehen konnten.
Führungskräfte, die lernen, mit Konflikten umzugehen, werden zu besseren Führungskräften. Teams, die lernen, Spannungen anzusprechen bevor sie zur Belastung werden, werden zu stärkeren Teams. Das ist keine Behauptung, das ist das, was ich in meiner Arbeit immer wieder sehe.

Das Siegel als zertifizierte Konfliktcoach ist dabei weniger ein Ziel, das ich abgehakt habe. Es ist eher ein Zeichen nach außen für etwas, das schon lange in mir gewachsen ist: das echte Interesse daran, Menschen in schwierigen zwischenmenschlichen Situationen zu begleiten.
Und was kommt als Nächstes?
In meinem nächsten Artikel gehe ich tiefer ins Thema: Was ist Konfliktmanagement eigentlich? Was unterscheidet einen gut geführten Konflikt von einem, der eskaliert? Und warum lohnt es sich für Führungskräfte, genau hier zu investieren?
Bis dahin: Wenn du das Gefühl hast, dass Konflikte in deinem Führungsalltag mehr Raum einnehmen, als sie sollten, meld dich gerne bei mir. Manchmal reicht schon ein erstes Gespräch, um zu verstehen, wo die eigentlichen Hebel liegen.









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